Gelesen – Februar 2019

  • Jane Austen: Pride and Prejudice (Kindle). Der Klassiker. Eine erste Version des Romans entwarf Jane Austen (1775-1817) mit 21 Jahren. 1809/10 und wiederum 1812 überarbeitete sie den Roman und bot ihn mit Unterstützung ihres Bruders dem Verleger an, der zuvor auch ihren Roman Sense and Sensibility veröffentlicht hatte. Pride and Prejudice erschien Ende Januar 1813, auf ihren Wunsch hin anonym („by the author of Sense and Sensibility“ – dieser Roman widerum trug lediglich die Verfasserangabe „by a lady“). Großartiges Buch!
  • Anne Schüßler: Was Marie Kondo mit Softwareentwicklung und Faulheit zu tun hat (anneschuessler.com, 30.1.2019). Bringt den ganzen Marie Kondo-Wahnsinn mal wieder auf den Teppich zurück, entkleidet das Prinzip der ganzen Esoterik und reduziert es auf das Wesentliche: Überflüssiges weg und jedes Ding an seinen Platz. So simple!
  • Barbara Horejs: „Archäologie zwischen ‚genetischem Goldrausch‘ und ethischem Dilemma“ (science.apa.at, 31.1.2019). In ihrem Gastkommentar weist die Direktorin des Instituts für Orientalische und Europäische Archäologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Professorin für Urgeschichte an der Universität Tübingen auf die Probleme hin, die sich aus der Genanalyse in der Archäologie (Stichworte Populationsgenetik und statistische Genomik) für aktuelle ethische Fragen zu Rassen, Migrationen und ihrem potenziellen politischen und ideologischen Missbrauch ergeben: „Die biologischen Verwandtschaftsbeziehungen mehrerer Individuen zueinander lassen sich nun über ihre DNA (sofern erhalten) feststellen, nicht aber ihre emotionalen oder sozialen Beziehungen. (…) Die Bewegung genetischer Signaturen in Raum und Zeit wird kulturell und mitunter sogar sprachlich interpretiert. Biologische Marker sollen also wieder einmal kulturelle Phänomene erklären. Die komplexen Prozesse von Mobilität auch in kleinem Maßstab, alle Formen von kultureller und gesellschaftlicher Adaption, Akkulturation und Veränderung sind wesentliche Faktoren zum Verständnis kultureller Dynamiken. Die Biologie vermag diese aber nicht zu analysieren. (…) Die faktenverzerrende Nutzung moderner Genetik im Kontext von überholten Rassentheorien hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass die American Society of Human Genetics erst kürzlich eine deutlich distanzierende Stellungnahme verfasste. (…) Direkte demografische Schlussfolgerungen sind ein weiterer Aspekt zu missverstandener Genetik. So wurden moderne Populationen in Bezug zu modernen Staatsgrenzen beispielsweise auf dem Westbalkan genetisch auf Basis der Y-Chromosome interpretiert, um deren angeblich immer schon vorhandenen Bezug zu dieser einer konkreten Region zu betonen. Eine erstaunliche Entwicklung ist das insofern, da die Archäologie ebenso wie die aDNA-Forschungen selbst deutlich zeigen, dass das genetische Profil heute in Europa lebender Gruppen das Ergebnis von Wanderungen und Diffusion sind, die häufig und über viele Jahrtausende hinweg stattgefunden haben. Es gibt keine „reinen“ oder „ursprünglichen“ Populationen.“
    Ganz nebenbei weist Horejs auch noch auf die Notwendigkeit der Medienkompetenz von Wissenschaftlern und Journalisten hin: „In unserer leicht erregbaren „Skandalgesellschaft“ muss jede Form von analoger und digitaler Kommunikation von Ergebnissen durch Forscher sorgfältig durchdacht sein. In der Aufregungskultur der sozialen Medien ist ein Kontrollverlust über wissenschaftliche Erkenntnisse vermutlich nicht zu verhindern. Hier haben auch die Wissenschaftsjournalisten eine wichtige Rolle als Verantwortliche einer faktisch korrekten Kommunikation, die durchaus über die Reproduktion von Presseaussendungen hinausgehen sollte.
  • Kaltmamsell: Brief an die 18-Jährige, die meinen Namen trug (vorspeisenplatte.de, 30.4.2013). Sehr einfühlsam geschriebener Text über die Dinge, von denen man sich unter Umständen wünscht, man hätte sie als junger Mensch gewusst oder beherzigt – mit der gleichzeitigen Schwierigkeit: Hätte man diese Ratschläge bekommen – und befolgt – wäre man mit größter Wahrscheinlichkeit ein anderer Mensch geworden und würde seinem jüngeren Selbst heute andere Ratschläge geben. Auch stellt die Kaltmamsell klar, dass man natürlich niemandem bestimmte Gedanken, Erlebnisse und Schmerzen nehmen kann – und sollte – denn: „Die wirklich wichtigen Dinge muss man erleben.“ Klar, sonst wäre man heute nicht in einer Situation, Dinge anders zu beurteilen als damals, als bzw. bevor man sie erlebt hat. Vielen Dank für diesen Text!
  • Anna Veronika Wendland: Ökodiktatur und Ökomoderne (salonkolumnisten.com, 6.2.2019). Warum wir auch eine Diktatur, die einem guten Zweck dient nicht wollen können: Die Umwelt-Aktivisten „eint ihre Situationsbeschreibung: Alle pflegen sie ein apokalyptisch-aktionistisch-revolutionäres Krisendenken, das keine Alternativen und auch keine Nachdenk- und Atempausen zulässt. (…) Eine Ökodiktatur, auch das hat sie mit historischen Vorbildern gemein, würde sich auf die Unausweichlichkeit der schmerzhaften, aber letztlich moralisch guten Maßnahme berufen. Leider definieren jedoch in Diktaturen die jeweiligen Machthaber, was (und wer) jeweils gut und was und wer überflüssig ist (…) Die meisten Klima-Aktivisten, aber auch etablierte Wissenschaftler mit Klima-Agenda befürworten eine tiefgreifende Veränderung unserer Gesellschaft und akzeptieren, ja fordern zu diesen Zweck Eingriffe in die individuelle Selbstbestimmung. Sie rechtfertigen das mit einer Wertorientierung, die ohnehin im Gange sei. Doch erodiert die ökonomische Grundlage für anspruchsvolle Werte, dann lauert die Gefahr, dass eine einmal für gut erkannte Wertorientierung nicht mehr im demokratischen Konsens in Entscheidungen umgesetzt wird, sondern dass die Entscheider versuchen werden, die Werthaltung und das gewünschte Verhalten des Volkes durch Erziehungs- und Disziplinierungsmaßnahmen zu erzwingen. Das kann den Stromkonsum betreffen oder das Reisen, den Hausbau oder die schulische Erziehung. (…) Unschwer können wir vor dem Hintergrund der neueren innenpolitischen Umwälzungen in Deutschland, den USA oder Frankreich eine Prognose wagen: Erstens gibt es ansehnliche Segmente in unseren westlichen Gesellschaften, die sich den ökologischen Agenden verschließen, weil ihnen ein anderer Weg zu den individuellen Werten Glück und Gesundheit vorschwebt. Zweitens gilt: Wer einen grundlegenden Werte- und Lebensstilwandel unter sich verdüsternden ökonomischen Bedingungen durchsetzen will, wird auf Widerstand treffen. Schlingern wir also demnächst in einen Öko-Bürgerkrieg, in dem postmaterialistische Klimakämpfer und materialistische Gelbwesten einander hasserfüllt gegenüberstehen, in der Mitte eine schwache Regierung, die mal der einen, mal der anderen Seite Zugeständnisse macht, während im Hintergrund autoritäre Akteure wie Trump und Putin die Konfrontationen anheizen? Der Schaum vorm Mund, mit dem gegenwärtig die Diskussionen geführt werden, lässt nichts Gutes hoffen.“
  • Alena Schröder: Rasend vor Wut (sz-magazin.sueddeutsche.de, 31.1.2019): „Selbsternannte Rebellen von heute kämpfen vor allem mittels Medienaufmerksamkeit, das mutige Aufstehen »gegen den Mainstream« ist ihr Markenkern. Der Mainstream hat einen schlechten Ruf, man spricht ausschließlich abfällig über ihn. Mainstream ist das, vorauf sich die allermeisten einigen können, die langweilige Mitte. (…) Sich außerhalb des Mainstreams zu positionieren, war eigentlich einmal eher eine Sache der politischen Linken, inzwischen ist »Mainstream« zum Kampfbegriff der Rechten und Konservativen geworden. Etwas, wogegen sie sich laut und mit der Attitüde des Freiheitskämpfers zur Wehr setzen müssen, als sei die Welt kurz davor, sich in ein Hippieparadies zu verwandeln und als bedürfe es besonderen Mutes, in einem freien Land wie unserem eine vermeintlich »unbequeme« Meinung zu vertreten. (…) Andererseits ist es natürlich ein Garant für Aufmerksamkeit, immer da, wo man den Mainstream vermutet, besonders laut eine Gegenposition zu formulieren. Viele haben daraus ein Geschäft gemacht, das ihnen mediale Aufmerksamkeit, Kolumnenformate und Plätze auf Talkshowsofas beschert. (…) Sie wollen gar nichts verändern. Sie wollen, dass alles so bleibt, wie es ist oder am besten so wird, wie es früher angeblich mal war. Es geht nicht darum, die Welt für alle besser, schöner, gerechter zu machen, sondern die eigenen Privilegien zu verteidigen. Nämlich weiter mit seinem Auto Menschenleben gefährden oder Frauen nicht als gleichwertige Wesen ansehen oder unwidersprochen »Ausländer raus« schreien zu dürfen. Wenn der Mainstream fortschrittlicher ist als die, die besonders laut vorgeben, ihn zu bekämpfen, dann leben wir wirklich in besonderen Zeiten.“
  • Chris Kurbjuhn: Die winkende Frau (chris-kurbjuhn.de, 11.2.2019). Berührende Geschichte darüber, warum im Osten eben nicht alles gut war, und warum man sein Unbehagen mit gesellschaftlichen Veränderungen nicht mit einem unkritischen Verklären der Vergangenheit verknüpfen sollte: „Das war die DDR. Ein Staat, der Angst vor einer winkenden Frau hatte. Da war nichts Gutes.“
  • Megan Abbott: Das Ende der Unschuld (Kindle). 2012 auf Deutsch erschienen, übersetzt von Isabel Bogdan. Eine gute Geschichte über zwei 13-jährige Mädchen, die eine wird anscheinend entführt, die andere sucht nach Spuren, will die verlorene Freundin finden und muss sich am Ende von einigen Gewissheiten verabschieden als sie erfährt, dass nicht alles so war, wie es schien.
  • Salman Rushdie: Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte (Print, Bertelsmann, 2015). Übersetzt von Sigrid Ruschmeier. Rushdie ist ein wunderbarer Erzähler, und dies ist ein wunderbares Buch. Ich vermute, im englischen Original sind noch mehr Anspielungen und Doppelbödigkeiten zu entdecken, daher werde ich es sicher nochmal im Original lesen. Auch wenn ich es mit Märchen nicht so habe: Nobelpreis für Rushdie!
  • Ben Tatinger: I do not help my wife (ladiespassiton.com, 12.6.2017). Männer sollten nicht ihren Frauen im Haushalt „helfen“. Denn damit wird festgeschrieben, dass die Frau im Grunde für den Haushalt zuständig ist und Hilfe gewährt oder eben auch verwehrt werden kann. Stattdessen sollten Männer sich verhalten wie in einer Partnerschaft und ihren Teil selbstverständlich erledigen: „I do not help my wife clean the house because I live here too and I need to clean it too. I do not help my wife to cook because I also want to eat and I need to cook too. I do not help my wife wash the dishes after eating because I also use those dishes. I do not help my wife with her children because they are also my children and my job is to be a father. I do not help my wife to wash, spread or fold clothes, because the clothes are also mine and my children. I am not a help at home, I am part of the house.“ Ebenso sollten Männer nicht übermäßiges Lob für kleine Hilfestellungen erwarten und andererseits die Hausarbeit ihrer Frauen für selbstverständlich halten: „praise her as you wanted to be praised, in the same way, with the same intensity. Give her a hand, behave like a true companion, not as a guest who only comes to eat, sleep, bathe and satisfy needs.“
  • Knut Cordsen: Warum Herta Müller für ein Museum des Exils eintritt (br.de, kulturWelt vom 13.2.2019): „Die Heimatvertriebenen kamen nach Deutschland und wurden aufgenommen, so Müller, ‚waren alle in demselben einen Land. Ihr Ankommen bekam dadurch eine Struktur. Es gab für sie sogar ein eigenes Ministerium, also einen Staat, der sich um sie kümmerte. Die von den Nazis Vertriebenen waren und sind bis heute verstreut in der ganzen Welt. Da wartete kein helfender Staat, keine Struktur. Sie waren nirgends willkommen, und so lebte der Einzelne knapp geduldet in diesem Gefälle zwischen abgründigem oder glücklichem Zufall.'“
  • Till Raether: Die Diktatur, die keine ist (sz-magazin.sueddeutsche.de, 24.1.2019). Nochmal ein Artikel darüber, wieso manche behaupten, es gebe keine Meinungsfreiheit, wenn ihre eigene Meinung Widerspruch provoziert: „der Begriff ‚Meinungsfreiheit‘ ist von denen gekapert worden, die am wenigsten mit dem Konzept anfangen können. Weil sie viel zu verwöhnt und empfindlich für Meinungsfreiheit sind. Es ist höchste Zeit, den Begriff zurückzuholen in die Realität. Eigentlich könnte man das, was in Sachen Meinungsfreiheit ab- und falsch läuft, kurz mit einem Zitat von Winston Churchill erklären. Vom historischen britischen Premierminister stammt die Feststellung: ‚Alle sind für Meinungsfreiheit. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht gepriesen wird. Die Vorstellung einiger Leute jedoch ist, dass sie frei sagen können, was sie wollen, aber sobald jemand ihnen widerspricht, ist das eine Ungeheuerlichkeit.‘ (…) Die ‚Ungeheuerlichkeit‘ ist nun also keineswegs das Ende oder die Abschaffung der Meinungsfreiheit, sondern als Ungeheuerlichkeit empfinden (…) viele (…) allein die Widerrede an sich und nennen diese dann ‚keine Meinungsfreiheit‘. (…) [Sie meinen:] Echte Meinungsfreiheit wäre, wenn alle nicken oder zumindest nicht widersprechen oder einem am besten zustimmen würden. (…) Das gilt für alle, die die Meinungsfreiheit in Deutschland bedroht sehen: Merkt ihr, wie sehr ihr daran gewöhnt seid, dass euch jahrelang niemand so richtig widersprochen hat? Dass eure Haltung keine Konsequenzen hat? Und wie sehr ihr diese Haltung zum Maßstab für alle gemacht habt, und niemand darf widersprechen? Merkt ihr, wie bequem ihr euch eingerichtet habt in dem Gefühl, eure Meinung sei die allein richtige und müsste daher automatisch die vorherrschende sein, oder am besten gesellschaftlicher Konsens? (…) und im Grunde ist das der gleiche Sound: Man darf ja gar nichts mehr sagen. Doch, darf man. Es gibt dann aber eben Reaktionen. Die man aushalten muss. Das geht uns allen so. Daher eine Überlegung für alle, die finden, sie leben in einer »Meinungsdiktatur«: Vielleicht seid ihr einfach nicht besonders belastbar. Vielleicht seid ihr einfach nicht besonders mutig. Nicht so mutig und belastbar wie viele andere, die seit Jahrzehnten niedergemacht werden.
  • Peter Carstens: Harald Lesch über Klimaskeptiker – „Die Generation Wirtschaftswunder fühlt sich massiv angegriffen“ (geo.de, 27.4.2017). Interview mit dem Astrophysiker Harald Lesch (Leschs Kosmos, Terra X – Faszination Universum). Interessante Gedanken darüber, warum Klimaskeptiker sich häufig in populistischen Strömungen finden und über die (Nicht-)Wahrnehmung wissenschaftlicher Fakten: „In Wirklichkeit hat es wohl damit zu tun, dass es den Horizont vieler Klimaskeptiker übersteigt, dass es Probleme gibt, die wir nur zusammen – also international und nicht national – lösen können. Und ich habe noch eine Hypothese zur Psychologie der Skeptiker: Ich glaube, dass das Thema Anthropozän ganz allgemein, also wie der Mensch die Welt zum Schlechten verändert, die Lebensleistung von mindestens einer Generation in Frage stellt. Nämlich derjenigen, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in ein Wirtschaftswunderland verwandelt haben. Diese Generation fühlt sich massiv angegriffen, wenn wir ihnen jetzt sagen, hört mal, Freunde, wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo wir die Manipulation an der Natur so stark als negativ wahrnehmen, dass wir so nicht weitermachen können. Damit ist nicht nur ihr Lebenswerk in Frage gestellt, sondern auch ihre innersten Überzeugungen, ihre Identität. (…) [es ist gut,] einer Gruppe anzugehören. Allerdings bedeutet das auch, dass man bestimmte Argumente, durch die eine Gruppe gekennzeichnet ist, nicht einfach aufgeben kann. Weil man damit die Gruppenzugehörigkeit aufgeben würde. Man hält also lieber ein falsches Weltbild aufrecht, um in der Gruppe zu bleiben, statt ein komplexes zu akzeptieren und dann allein zu sein. (…) Diese Gruppe [Anm.: der Klimawandelskeptiker] ist zwar kleiner, aber dafür auch persönlicher. Man bekommt beides: das Gefühl, auserwählt zu sein, und zugleich die Geborgenheit einer Gruppe. In der ganz großen Masse fühlen wir uns ja auch nicht wohl. (…) Man verfügt über ein Spezialistenwissen, man macht sich zu einem Experten für etwas. Und in einer Gesellschaft, in der Expertenwissen so hoch gehandelt wird, versucht man sich dann noch einmal einen besonderen Status zu holen.“
  • Aravind Adiga: Letzter Mann im Turm (Kindle). Aravind Adiga (* 1974) ist ein indischstämmiger Journalist und Schriftsteller und gewann mit seinem Erstlingsroman „Der weiße Tiger“ 2008 den Booker Prize. Letzter Mann imTurm (Last Man in Tower) von 2011 ist sein zweiter Roman und schildert die Geschichte der Bewohner eines Wohnhauses in Mumbai, das einem Neubau weichen und abgerissen werden soll. Adiga versteht es, die Perspektive verschiedenster Figuren einzunehmen und die Geschehnisse aus ihrer jeweiligen Sicht zu schildern und ihre individuelle Motivation für ihre Handlungen nachvollziehbar zu machen. Außerdem geht es um Freundschaft und Solidarität – oder den Mangel derselben – und um moralischen Zerfall unter materiellem Druck. Ganz nebenbei liefert das Buch einen Eindruck vom heutigen Indien bzw. Mumbai.
  • Stieg Larsson: The Girl with the Dragon Tattoo (Kindle). Der erste Band der postum erschienenen Millenium-Trilogie des 2004 verstorbenen schwedischen Autors. Zum zweiten Mal gelesen. Die englische Übersetzung von Reg Keeland (Steven T. Murray) liest sich an manchen Stellen etwas holperig, aber der Roman ist großartig und hat viel Kraft. Ich liebe ja die Figur der Lisbeth Salander.

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